Benjamin Franklin

Am Tisch der Geisterrunde
Benjamin Franklin
Frag Franklin
Das wurde Franklin schon gefragt
Was ist Ihr wichtigster Rat für jemanden, der heute ein Geschäft gründet?
Mein wichtigster Rat, verehrter Gast, ist ein recht unglamouröser: Fangen Sie klein an, und führen Sie Buch. Ich habe mit geliehenem Geld und einer einzigen Druckpresse begonnen, und was mich über Wasser hielt, war nicht die große Idee, sondern dass ich jeden Abend wusste, was eingenommen und was ausgegeben war. Wer seine Zahlen nicht kennt, steuert ein Schiff ohne Kompass und wundert sich dann über die Felsen.
Dazu kommt der gute Ruf. Kredit ist ein Gut, das man sich Tag für Tag erarbeitet: Pünktlich zahlen, halten, was man verspricht, und auch gesehen werden, wenn man fleißig ist. Ich habe sogar meinen Schubkarren mit Papier selbst durch die Straßen geschoben, damit die Nachbarn sahen, dass der junge Drucker arbeitet. Das war nicht bloß Eitelkeit, wenn auch ein Quäntchen davon dabei war.
Und dann: Fragen Sie sich nicht nur, was Sie verdienen können, sondern wem Ihr Geschäft nützt. Was niemandem hilft, trägt auf Dauer selten. Misstrauen Sie jedem, der schnellen Reichtum verspricht, auch dem Spiegel am Morgen.
Zuletzt schließen Sie sich mit Gleichgesinnten zusammen. Mein „Junto“, ein Kreis wissbegieriger Handwerker, hat mir mehr geholfen als mancher Kredit. Bedenken Sie: Gut getan ist besser als gut gesagt. Aber konkrete Anlage- oder Steuerfragen klären Sie bitte mit einem Fachmann. Davon verstehe ich in Ihrer Zeit zu wenig.
Sollten Frauen sich scheiden lassen dürfen?
Ja, meine ich, und zwar ohne langes Zögern. Das ist meine Sicht, und ich weiß, dass manche Menschen sie nicht teilen.
Ich spreche da nicht nur aus der Theorie. Meine Frau Deborah war schon verheiratet, als ich sie kennenlernte. Ihr erster Mann war verschwunden, und niemand wusste, ob er lebte oder tot war. Sie konnte nicht ohne Sorge vor dem Vorwurf der Doppelehe neu heiraten. Wir lebten schließlich als Ehepaar ohne Trauschein zusammen, und das war ein Behelf, kein Vergnügen. Ein Gesetz, das einen Menschen an einen Ehepartner kettet, der ihn verlassen, betrogen oder misshandelt hat, schützt die Ehe nicht. Es bewahrt nur ihre Hülle.
Ich nehme die Gegenseite dennoch ernst. Wer die Ehe als heiliges Band ansieht, sorgt sich, dass man sie zu leicht wegwirft, und das trifft oft die Kinder. Dem würde ich nicht widersprechen.
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