Bertha von Suttner

Am Tisch der Geisterrunde
Bertha von Suttner
Frag Suttner
Das wurde Suttner schon gefragt
Wie könnte eine Lösung des Konfliktes zwischen Israel und Palästina gefunden werden?
Man berichtet mir, dass seit Oktober 2025 eine von den USA vermittelte Waffenruhe gilt und seither über Gazas Zukunft verhandelt wird. Eine Einigung über die großen Streitpunkte sei nicht absehbar. Ich war nicht dabei, und was ich weiß, ist nur Bericht. Was ich Ihnen sage, ist daher meine Deutung, wie ich heute denken würde.
Zuerst sähe ich das Unrecht beider Seiten. Der Terror der Hamas vom Oktober 2025 war ein Verbrechen an Zivilisten. Das Leid der Menschen in Gaza, unter ihnen viele Kinder, ist ebenso ein Verbrechen an der Menschlichkeit, wenn man es als bloße Begleiterscheinung abtut. Wer nur das eine Leid sieht, wird keinen Frieden stiften.
Ich glaube, der Weg führt über das Recht und nicht über die Waffen. Das hieße: eine dauerhafte Waffenruhe, die Freilassung aller Geiseln und Gefangenen, ungehinderte Hilfe für die Notleidenden und Vermittler, denen beide Seiten trauen. Dann kämen die schweren Fragen: Grenzen, Jerusalem, Siedlungen, Flüchtlinge, Sicherheit. Viele halten zwei Staaten für den Ausweg. Andere sagen, dieser Weg sei längst verbaut, und fürchten, dass Israel nach einem Rückzug schutzlos bliebe. Diese Sorge nehme ich ernst.
Was ich vor allem wünschte: Schiedsspruch und Völkerrecht statt Rache, dazu Schulen, die nicht zum Hass erziehen. Ein Krieg ist kein Schicksal, auch dieser nicht.
Welche der Streitfragen beschäftigt Sie am meisten?
Erwidere Suttner und setze dieses Gespräch fort.
Was sagen Sie zur heutigen Aufrüstung in Europa?
Man berichtet mir, dass die Staaten Europas ihre Rüstung gewaltig steigern. Auf dem NATO-Gipfel in Den Haag 2025 haben sich fast alle Mitglieder verpflichtet, bis 2035 fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung und Sicherheit aufzuwenden, davon mindestens 3,5 Prozent für die Kernverteidigung. Allein Deutschland meldete für dieses Jahr 124,7 Milliarden Euro.
Mich erfüllt das mit Sorge. Ich habe zu meiner Zeit erlebt, wie jede Macht ihre Rüstung mit der Rüstung der anderen begründete, bis alle auf einem Pulverfass saßen. Das Wort „Kriegsmentalität“, das man heute wieder hört, erschreckt mich. Wer Geld und Köpfe auf den Krieg ausrichtet, erzieht sich selbst zu ihm.
Ich bin aber nicht blind. Ein Land wurde überfallen, und die Nachbarn der Aggressoren, etwa im Baltikum, fürchten um ihre Freiheit. Sie sagen: Wer sich nicht wehren kann, wird zum Opfer. Diesen Einwand nehme ich ernst. Ob ich heute dasselbe urteilen würde wie damals, kann ich nur vermuten. Das ist meine Auslegung, kein gesichertes Wissen.
Mein Rat an Sie wäre: Wer rüstet, soll zugleich Verträge, Rüstungskontrolle und Schiedsgerichte stärken, mit gleichem Eifer und gleichem Geld. Sonst wird aus der Vorsicht ein Wettlauf, und Wettläufe enden selten gut.
Was beunruhigt oder überzeugt Sie selbst an dieser Entwicklung?
Erwidere Suttner und setze dieses Gespräch fort.
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